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Jahrtausende alte Tradition: Wie werden unsere Textilien gefärbt?

Aktualisiert: 15. Feb 2019

Eine der vielen Attraktionen in Guatemala sind die handgewebten Textilien. Sie heben sich sofort von der Masse ab. Aber wie werden sie hergestellt, wie macht man solche Sonderfarben? Wir haben eine Reise nach San Juan La Laguna gemacht, um es herauszufinden.


Atitlán See von seiner schönsten Seite

Wir kamen in Panajachel an, einem der schönsten Dörfer am Atitlán See in Guatemala. Dieser See ist von mehreren Dörfern umgeben. Jedes Dorf hat eine typische Farbe für die heimische Tracht. Der Atitlán See ist umgeben von einer wunderschönen Vegetation und majestätischen Bergen. Um zu unserem Ziel San Juan La Laguna zu gelangen, mussten wir eine kleine Bootsfahrt machen. Dies ermöglichte uns, alle Dörfer rund um den See genauer zu erkunden. Er ist wunderschön, umgeben von Vulkanen und von beeindruckender blauer Farbe.


Um zu erfahren, wie die Weberinnen die Baumwolle färben, wendeten wir uns an die Organisation der Weberinnen namens Lema`, mit der wir zusammenarbeiten. Diese Power- Frauen zögerten nicht eine Sekunde lang, uns zu erklären, wie diese schönen Textilien hergestellt werden. Im Folgenden erfahrt ihr, was sie uns über die Techniken erklärten, mit denen sie diese bunten Textilien färben: Diese Art des Färbens wird seit vielen Jahren praktiziert und ist eine Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es ist ökologisch und sie erhalten schöne Farben. Der Färbeprozess beginnt mit der Sammlung von Zutaten wie Kokosschale, Avocadobaumrinde, Kräuter etc. Die natürlichen Zutaten werden 20-30 Minuten in Wasser gekocht. Das Wasser wird dann entsprechend dem verwendeten Naturstoff gefärbt. Das Garn wird in eine Flüssigkeit aus Bananenbaumrinde eingelegt, damit die Baumwolle die Farbe aufnimmt. Dann wird es in den natürlich hergestellten Farbstoff eingetaucht. Um die Farbe zu versiegeln, muss es erneut in die Bananenflüssigkeit eingetaucht werden. Die Fäden werden anschließend für ein paar Stunden im Schatten getrocknet. Was uns am meisten beeindruckt hat, war dass die Hände der Weberinnen nicht mit Farbe gefärbt waren und die Farbstoffe nicht giftig sind. Sie müssen daher keine Masken oder Handschuhe tragen! Darüber hinaus werden leuchtende Farben erzeugt und der natürliche Farbstoff bedeutet keine Einschränkung der Farbpalette.


Eine weitere Sache, die uns beeindruckte, waren die "Sacatinablätter". Wenn die Blätter bei Vollmond geschnitten werden, erzeugen sie eine blaue Farbe. Werden sie nach dem Vollmond geschnitten, entsteht eine blaugraue Farbe.


Für uns war etwas sehr Besonderes zu erfahren, wie die Fäden gefärbt werden. Es freut uns zu wissen, dass unsere Textilien natürlich gefärbt sind und dass die Weberinnen nicht unter giftigen Farbstoffen leiden müssen. Das zeigt uns, dass es möglich ist ökologisch zu produzieren.


Dies sind einige der natürlichen Zutaten die zum Färben der Textilien benutzt werden:

  • Blätter der Pfefferpflanze - grau

  • Eichenrinde - braun

  • Rosmarinblätter - gelb

  • Avocadobaumrinde – beige

  • Rote Beete – pink

  • Annatto Samen – orange

  • Blutholzbaumrinde – lila und dunkelblau

  • Kokosnussschale – hellbeige

  • Eukalyptusblätter – grau und petrolblau

  • Guaveblätter – Senfgelb

  • Seyal-Akazie – gelb




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